Bouldern ist die Reduktion des Kletterns auf seine Essenz:

Dynamik, Technik, Kraft. Kein Seil, kein Gurt, keine Sicherungstechnik. Bewegung pur. Bouldern ist spielerisch.

Spricht der Kletterer von einer „Route“, redet der Boulderer gerne von einem „Problem“. In einer vorgegebenen Abfolge von Griffen und Tritten gilt es die einfachste und effektivste Lösung zu finden, und wie bei jedem guten Rätsel findet sich die beste Lösung am leichtesten gemeinsam

Der Begriff Bouldern leitet sich vom englischen Substantiv „Boulder“, also Felsblock bzw. Findling ab. In der freien Natur sind dies die beliebtesten natürlichen Formationen, an denen dieser Sport betrieben wird. Die technische Definition ist: seilfreies Klettern in Absprunghöhe. Was draußen noch Absprunghöhe ist, kann sehr subjektiv sein.

Auf dem Boulderplaneten sind die Wände bis zu 4,5m hoch. Unten liegt eine 30cm dicke Weichbodenmatte mit einem speziellen Aufbau, der für beste Dämpfungseigenschaften bei gleichzeitig guter Begehbarkeit sorgt.

Gebouldert wird auf dem Boulderplaneten in einem Parcour-Syste d.h. es gibt sieben verschiedene Schwierigkeitsstufen von 2a+ bis 8a+, die gekennzeichnet sind durch die Farben der Griffe und Tritte. Vom Anfänger bis zum Crack findet hier jeder seine passende Herausforderung.

Im Gegensatz zum Seilklettern kann man beim Bouldern auch alleine oder zu dritt trainieren, da man keinen Sicherungspartner braucht, aber das gemeinsame Tüfteln an einer Lösung macht einfach am meisten Spaß, und da jede Begehung vergleichsweise

kurz dauert, ist ständig für Abwechslung und Gesprächsstoff gesorgt. Gleichzeitig herrschen so beste Bedingungen für ein intensives und motivierendes Training.

Wo und wann das Bouldern seinen Ursprung genommen hat, ist schwer nachzuvollziehen. Wahrscheinlich ist es so alt wie die Menschheit und so jung wie das Kleinkind, das das erste Mal auf einen Stuhl klettert. Der Bewegungsdrang liegt uns in der Natur. Sicher ist, dass mit der zunehmenden Popularität des Bergsteigens bzw. Alpinkletterns Ende des 19.Jh. Kletterer verstärkt nach Trainingsmöglichkeiten auch abseits der Alpen gesucht haben. Fündig wurden sie unter anderem in den Wäldern von Fontainebleau bei Paris, bis heute dem Mekka des Boulderers. Dort wird das Bouldern seit Generationen praktiziert und ist ein echter Volkssport. Wurde das Bouldern, mit Ausnahme von einigen Visionären, noch lange Zeit als Training für das „echte“ Klettern angesehen, hat es in den letzten ein oder zwei Jahrzehnten eine rasante Entwicklung hin zum eigenständigen Sport genommen. Letztendlich aber sind die Übergänge fließend und jede Disziplin inspiriert die andere auf ihre ganz spezielle Art und Weise.

Am Ende zählt der Spaß an der Bewegung, die Freude an guter Gesellschaft und damit der Respekt vor der Leistung Anderer. Am Ende steht die Erkenntnis: „Ich schaff das, und ich kann sogar noch mehr!“

Georg Lenz, Dynochrom, Frankfurt